Regenschutz und Sonnenbrille

Nach einem erholenden Tag auf dem Zeltplatz soll es nun endlich weiter gehen. Wir verlassen den Lysefjord und fahren durch die letzten wunderschönen Hochebenen nach Südnorwegen. Hier wollen wir die alten Berkwerke von Knaben besuchen. Doch unser schöne Platz am Privatsee ist am nächsten Morgen nur noch halb so schön im Regen. Da es nicht so aussieht, als würde es bald besser werden fahren wir im Dauerregen zügig weiter nach Næs. Natürlich gaben wir die Hoffnung auf schönes Wetter nicht auf und montieren schliesslich ziemlich durchnässt bei einem Supermarkt trotzdem die Regenklamotten… Unser Funk wird immer schwieriger zu verstehen und Barbara hört kaum noch was. Wiedermal sind Mattis Bastelkünste gefragt. Das bald darauf gefundene defekte Zwischenkabel wird entfernt und mit etwas Gebastel ist die Anlage wieder top…

Eisenwerksmuseum Naes

Hier besuchen wir ein altes Eisenschmelzwerk. Die alten Schmiedewerkstätten und andere Gebäude sehen aus wie erst gestern verlassen. Alles Werkzeug und die riesigen Hämmer lassen erahnen, wie es früher getönt, gerochen und ausgesehen haben muss.

Am Abend stellt Barbara mit herber Enttäuschung fest, dass die neuen Stiefel nur wenig dichter sind wie die Alten: Die Füsse sind nass und die Socken lassen sich beinahe auswinden!

Am kommenden Tag treffen wir auf besseres Wetter und so besuchen wir im Hafen von Sandefjord die Gaia, einen anschaulichen Wikingerschiffnachbau.

Wikingerschiff Gaia, Sandefjord
Wikingerschiff Gaia

Wir überqueren auf der Fähre schliesslich den Oslofjord und übernachten das letzte mal auf norwegischem Boden, denn am nächsten Tag schon besuchen wir in Südschweden die berühmten Felsritzungen von Tanum die aus der Zeit von 1800-500 v.Chr. stammen. Im Anschluss daran statten wir noch dem Nordic Ark Zoo nähe Munkedal einen Besuch ab, der vorwiegend gefährdete Tiere aus der ganzen Welt beherbergt und züchtet.

 

Abends schlägt Barbara vor, gleich das Regenvordach aufzuspannen. Kaum steht es, regnet es. Wie auch schon die letzten Tage sollte es auch die nächsten Tage sehr abwechslungsreich zu und her gehen mit dem Wetter. Mehrfach haben wir die Sonnenbrille und das Regenkombi gleichzeitig getragen…

Das Wasseraquädukt von Håverud von 1868 beeindruckt uns tags darauf sehr. Interessiert schauen wir zwei Kanuten zu, die mit Hilfe des Schleusenmeisters hier etliche Schleusen passieren.

Wie immer wollen wir am Abend die Töffs in Zeltnähe haben und Matti beschliesst, dass die durchweichte Spur fahrbar ist. Bei einer Querrille wird das ganze dann aber recht abenteuerlich und die Reifen sind im nu zugesetzt mit Schlamm. Mit viel ziehen und würgen schaffen wirs schliesslich den Töff wieder umzudrehen und nach einer erneuten Zitterpartie bringt Matti den Eisenhaufen glüclich wieder auf die Strasse zurück… Auch hier sehen wir wieder Elchspuren im Schlamm, doch noch immer machen sie sich rar!

In einer Zeitung an der Tankstelle lesen wir vom angekündigten Schlechtwetter und fahren mehr zufällig bei Örkelljunga auf einen kleinen Zeltplatz wo wir die günstigste Hütte unserer ganzen Reise kriegen, in die wir uns sofort verlieben. Auf dem Tisch vor der Hütte essen wir schliesslich mal wieder ein Fondue (denn in der Hütte ist kein Platz zum sitzen…) und geniessen die Ruhe auf dem fast verlassenen Zeltplatz.

Weils hier so sympatisch ist, buchen wir eine weitere Nacht und machen bei gutem Wetter eine kleine Rundtour. Da die Elche nicht zu uns kommen wollten, gehen wir nun halt zu ihnen. im Ingelbo Elchpark

Elchkuh Mia, Ingelbo Moose Park
Elchkuh Mia

bei Västra Torup kommen wir schliesslich den Waldriesen ganz nahe und staunen, wie andächtig und elegant sich diese augenscheinlich so tollpatschig erscheinenden Tiere bewegen. Auch der hier gefundene Elchkäse sollte uns sehr munden…!

Zusätzlich besuchen wir das Festungsmuseum bei Helsingborg, einer Artilleriestellung aus dem zweiten Weltkrieg mit einer enormen Reichweite und erfahren aus dem deutschen Museumsbüchlein allerlei wissenswertes über diese Zeit und die Festung.

Nun wird es Zeit, an die Heimreise zu denken, doch wollen wir noch einige Souvenirs mitbringen. So klappern wir etwa 4 grosse Lebensmittelläden ab auf der Suche nach unserem geliebten Caramelkäse „Geitost“. Erst kurz vor dem aufgeben findet Matti ihn gut versteckt in einem Supermarkt kurz vor Malmö.

Öresundsbrücke
Öresundsbrücke

Über die grandiose Öresund-Brücke mit anschliessendem Unterseetunnel erreichen wir schliesslich Dänemark, welches wir auf kleineren und grösseren Strassen rasch durchqueren. Kaum in Deutschland ziehen dunkle Wolken auf. Wir hoffen, unser Ziel noch rechtzeitig zu erreichen, doch die extrem schnell näherkommende dunkelschwarze Wolkenfront zwingt uns zu einem Zwischenstopp bei einer Tankstelle. Nun legt es richtig los und schwere Tropfen prasseln hernieder. Es soll auch nicht das einzige schwere Gewitter dieser Nacht bleiben und in Hamburg, keine 100km von uns, üben die Bewohner das schnorcheln…

Nach der verregneten Nacht in Büsum wollen wir nun weiter in die Niederlande und werden erneut von Gewitterschauern eingedeckt. Wir wussten, dass hier alles flach ist, aber so flach haben wirs uns nicht vorgestellt. Auch Dänemark zeigte kaum eine Landerhebung auf, aber dank den vielen Busch- und Baumhecken war es einiges abwechslungsreicher. Aber in den Niederlanden und ebenso in Ostfriesland (D) gibts kaum noch Bäume und Kurven. Das ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig. Ebenso sehr speziell sind die vielen Dämme und das kilometerlange Fahren auf ebendiesen machte Spass. Es hätte noch mehr Spass gemacht, hätte es nicht immer wieder geregnet.

Wetterkapriolen
Oostvaardersplassen-Damm

Ein Gewitter nach dem anderen zieht übers Land und der böige Wind machen uns etwas zu schaffen. Nur die Kitesurfer haben ihre Freude daran… Hier nehmen wir wegen dem Wetter auch das erste B&B unserer Reise und geniessen eine feine, riesige Pizza im lokalen Restaurant. Schliesslich sind wir in den Niederlanden häufiger auf Autobahnen als auf der ganzen Reise zuvor und hoffen, dass sich das Wetter in Belgien bessert.

Hier bessert sich das Wetter tatsächlich deutlich und wir schätzen die immer mehr hügelig werdende Landschaft. Lieben wir doch auch den französischen Charme der hübschen Dörfchen. Über kleine und kleinste Strassen verlassen wir das Land jedoch bald darauf schon wieder und erreichen schliesslich Luxemburg. Per Zufall entdecken wir die Luxemburgische Schweiz,

Luxemburger Schweiz
Luxemburger Schweiz

von der wir gar nicht wussten das es sie gibt und die uns sehr an die Sächsische Schweiz bei Dresden erinnert mit seinen imposanten Kalkfelsen und Klettersteigen.

Nach einem kurzen Abstecher der Mosel entlang fahren wir schliesslich durch den Pfälzer Wald und überqueren bei Karlsruhe die Rheinebene, um kurz danach den Nordschwarzwald zu erreichen. Da Barbaras Kette langsam das Zeitliche segnet und wir in der Gegend nirgends eine 525er Kette auf die Schnelle auftreiben können nehmen wir nun etwas direktere aber keineswegs grössere oder langweiligere Strecken unter die Räder. Nach ein paar kurzfristigen SMSen treffen wir schliesslich bei Balingen einen guten Freund von uns aus dem Südschwarzwald, der in der Gegend gerade auf Montage ist. Gross ist die Freude, wieder mal ein bekanntes Gesicht zu sehen; wir kommen fast nicht mehr aus dem Quatschen raus 🙂

Nun ists nicht mehr weit bis in die Schweiz. Vorbei an Tuttlingen überqueren wir bei Diessenhofen schliesslich den Rhein und fahren bei schönstem Wetter mit ziemlich genau 17’000km mehr auf dem Tacho gemütlich nach Hause…

Unsere Route
Unsere Route

Zum Glück haben wir noch ein paar Tage bis Matti wieder arbeiten muss, die können wir gut gebrauchen; gibt doch das ausräumen, waschen etc mehr zu tun als man denkt. Aber es soll uns nicht daran hindern, schon wieder an die nächste Reise zu denken….

Zur Fotogallerie
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4 Gedanken zu „Regenschutz und Sonnenbrille“

  1. Hallo Matti und Barbara
    schön, dass ehr guet weder dehei ahcho sit! Ech hoffe, ehr verstönd no schwitzerdüütsch 🙂 Herzlech willkomme!! Guets weder iiläbe und of bald einisch
    Lisa

  2. Nei, eusi Überfahrt isch sehr ruhig xi usser dasi di ganz Zit am Telifon xi bin zum de Abschleppdienst z organisiere, womer dänn glich nöd brucht händ. T Töff händs aber trotzdem sehr guet abunde aber ich glaub mer hett si sogar chöne uf de Siteständer stelle…

  3. Hoi zäme! Härzlich willkomme zrugg ir Schwiz! Bin ebe mal wieder abtaucht i Eune Reisebricht und vor allem de Föteli. Da packt mi doch s Nordlandfieber grad wieder. Wenn o lieber us em WoMo als vom Töff obenabe. Wan i doch no muen wüsse, wie isch d Fahrt uf dr Fähre Gryllefjord – Andenes gsi? Ruhig oder het si bi Eu o so zickt, dass sech s Inventar us em Bordrestaurant überall ume verteilt het? Wünsche Eu en guete Start ir Schwiz und wür mi freue glägentlich mal me Föteli z gse 😉 Es Grüessli vom Martin

  4. Der Reisefödlis, unglaublich. Unglaublich was Der aues gmacht ond erläbt heit ond vor allem gloubs unglaublich wievöu Kilometer Der abgschpuelet heit oder?
    Ich fröi mi mega siit Der wohlbehalte zroggcho ond fröi mi wenn mer öis mou weder gsänd ond dörfe Föteli mit live Kommentär luege 🙂
    Ganz en liebe Gruess ond es guets aklimatisiere…

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